Der ISTQB® Certified Tester Advanced Level – Test Analyst (CTAL-TA) fokussiert auf die Rolle des Test Analysten (TA) als Person im „testing role“, die für das Testen der fachlichen bzw. Business-Aspekte verantwortlich ist und dabei vor allem Systemtest, Abnahmetest und Systemintegrationstest adressiert. In Bezug auf Qualitätsmerkmale liegt der Schwerpunkt auf der Funktionalen Eignung (Functional Suitability) und bestimmten nutzerbezogenen nicht-funktionalen Merkmalen wie Interaktionsfähigkeit (Usability), Anpassbarkeit (Adaptability), Installierbarkeit (Installability) und Interoperabilität (Interoperability).

Was im Kurs CTAL-TA gelehrt wird und was sich gegenüber der alten Version v3.1.2 geändert hat

Unser Blogbeitrag soll Dir einen kurzen Überblick über die Lehrplaninhalte geben und gleichzeitig herausstellen, worin die Neuerungen gegenüber der Vorgängerversion liegen. Wer das Zertifikat schon besitzt, braucht den Kurs nicht zu wiederholen, denn das Zertifikat ISTQB® Certified Tester Advanced Level - Test Analyst hat lebenslange Gültigkeit. Es lohnt sich aber, den neuen Lehrplan (Syllabus) zu lesen, um Begriffsanpassungen und neue Termini einzuprägen.

Im Folgenden geben wir dem Lehrplan entsprechend einen kurzen Einblick in die Inhalte.

1. Die Aufgaben des Test Analysten im Testprozess

Der Lehrplan für die Grundstufe der ISTQB-Ausbildung, das ISTQB Certified Tester Foundation Level (ISTQB-CTFL, v4.0.1) beschreibt sieben Hauptaktivitäten innerhalb des Testprozesses. Der TA konzentriert sich hauptsächlich auf vier davon: Testanalyse, Testdesign, Testimplementierung und Testdurchführung.

Im Kurs wird vermittelt, wie der Test Analyst

  • diese 4 typischen Hauptaktivitäten (Testanalyse, Testentwurf, Testimplementierung, Testausführung) ausfüllt,
  • in verschiedenen Softwareentwicklungslebenszyklusmodellen eingebunden ist,
  • welche Aufgaben er rund um Testartefakte / Testmittel (Testware) übernimmt – inklusive Qualitätskriterien für Testfälle, Anforderungen an Testumgebungen, Testdaten sowie der Test-Orakel-Problematik.

Ein explizites Lernziel ist außerdem, Schlüsselwortgetriebenes Testen (keyword-driven testing) zum Entwickeln von Testskripten anzuwenden und Tool-Arten zur Verwaltung der Testmittel (Testware) zu überblicken.

2. Die Aufgaben des Test-Analysten im risikobasierten Testen

Der Test Analyst trägt zur Produktrisikoanalyse bei (u. a. Workshops, Brainstorming, Checklisten, Interviews), unterstützt die Risikobewertung (z. B. Nutzungshäufigkeit, Kritikalität, Schäden, Qualität der Testbasis, rechtliche/sicherheitsrelevante Anforderungen) und leitet daraus geeignete Testaktivitäten ab – möglichst „shift left“, also so früh wie sinnvoll.

Außerdem wird das Thema Risikosteuerung behandelt, inkl. Regressionstest-Scope-Review und der Idee, Regressionstests u. a. über Auswirkungsanalyse (Impact Analysis) Tool-gestützt zu selektieren.

3. Testanalyse und Testentwurf

Kapitel 3 ist der Kern des Kurses, dem die meiste Zeit gewidmet wird. Es deckt Black-Box- und erfahrungsbasierte Verfahren ab, die jetzt detaillierter klassifiziert sind als noch im alten Lehrplan v3.1.2:

  • datenbasierte Testverfahren (z. B. Wertebereichstest (Domain Testing), Kombinatorisches Testen (Combinatorial Testing), Zufallstests (Random Testing))
  • verhaltensbasierte Testverfahren (z. B. CRUD Test (CRUD Testing), Zustandsübergangstests (State Transition Testing), Szenariobasierten Test (Scenario-based Testing))
  • regelbasierte Testverfahren (z. B. Entscheidungstabellentest (Decision Table Testing), Metamorphen Test (Metamorphic Testing))
  • erfahrungsbasierte Verfahren (u. a. Sitzungsbasierten Tests (Session-based Testing), Massentests (Crowd Testing), Checklisten/Test Charts (Charters))

Beispiele, die im Kurs explizit vorkommen:

  • Zufallstests (Random Testing): Nutzen/Grenzen, z. B. hilfreich bei wenig Domänenwissen oder großem Testdatenbedarf, aber mit typischen Herausforderungen wie Semantik-Blindheit oder Abhängigkeit von einem automatisierten Test-Orakel
  • CRUD Test: Testen des Lebenszyklus von Datenentitäten (Create/Read/Update/Delete), u. a. über eine CRUD-Matrix sowie Completeness- und Consistency Testing (inkl. negativer Tests).

Zusätzlich wird thematisiert, dass Testverfahren kombiniert werden, um Effizienz und Effektivität zu erhöhen (Beispiele und Kombinationsideen werden im Syllabus explizit beschrieben).

4. Testen von Qualitätsmerkmalen

Das Kapitel „Testing Quality Characteristics“ fokussiert auf funktionales Testen als Kernaufgabe des TA und vertieft die Untermerkmale (Sub-Characteristics) der Funktionale Eignung (Functional Suitability) (Funktionale vollständigkeit/Korrektheit/Angemessenheit - completeness/correctness/appropriateness) – inkl. Auswahl geeigneter Teststufen/-verfahren sowie Bedeutung von Verfolgbarkeit (Traceability).

Darüber hinaus adressiert v4.0 nutzerbezogene nicht-funktionale Themen explizit, u. a. Usability Testing, sowie weitere Qualitätsthemen wie Flexibilität (Übertragbarkeit -  Flexibility) und Kompatibilität (Compatibility).

5. Fehlerprävention in der Software (Software Defect Prevention) - neu/ausgebaut im Syllabus v4.0

Ein zentraler Unterschied zu vorangegangenen Lehrplänen des ISTQB Advanced Level Test Analyst: v4.0 hat ein eigenes Kapitel “Fehlerprävention in der Software” („Software Defect Prevention“) und behandelt nicht nur Reviews, sondern weitere Praktiken der Fehlerprävention, z. B.

  • Modelle nutzen, um Defekte in Spezifikationen zu erkennen,
  • Testergebnisse analysieren, um Defekterkennung zu verbessern,
  • Defektklassifikation zur Unterstützung der Root-Cause-Analyse.

Welche Version des ISTQB CTAL-TA ist aktuell gültig und was passiert mit "alten" Zertifikaten?

Die Version v4.0 ist die aktuelle Grundlage des Ausbildungsschemas, Trainingsanbieter und Examesanbieter müssen sich danach richten, und ihre Angebote beim ISTQB entsprechend dieser neuen Version akkreditieren lassen. Der STQB® Advanced Level Test Analyst (CTAL-TA) Lehrplan definiert u. a. Kapitelstruktur, Lernziele und Zeitgewichtung. Du musst Dir aber als Zertifikatsinhaber keine Sorgen machen, denn das ISTQB® Advanced Level Test Analyst Zertifikat ist lebenslang gültig. Trotzdem lohnt es sich, mit dem neuen Syllabus 4.0 und den neuen Wordings vertraut zu werden, damit Du die Weiterentwicklung in diesem Berufsfeld nicht verpasst.

Bei trendig lehren wir ab März 2026 nach dem neuen Lehrplan CTAL-TA 4.0 und bereiten damit auf die neuen Prüfungen vor. Und weil’s bei trendig nicht nur um „bestanden“ geht: Für Zertifikatsinhaber gibt’s bei trendig Sonderkonditionen – sprich uns einfach an: training@trendig.com.

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Zu den konkreten kommenden Kursdaten und zur Buchungswebsite kommst Du hier.


Was hat sich mit dem Lehrplan ISTQB CTAL-TA v4.0 gegenüber v3.1.2 geändert?

Wurde die Struktur der Testverfahren im ISTQB CTAL-TA 4.0 gegenüber der Vorversion 3.1.2 geändert?

Ja. Kapitel 3 reflektiert eine detailliertere Klassifikation als v3.1.2: Black-Box-Techniken werden jetzt nach datenbasiert, verhaltensbasiert und regelbasiert gegliedert.

Welche neuen Themen/Techniken kommen im ISTQB CTAL-TA 4.0 gegenüber der Vorversion 3.1.2 dazu?

v4.0 führt (unter anderem) Zufallstest (Random Testing), CRUD Test (CRUD Testing), Metamorphisches Testen (Metamorphic Testing) und Massentests (Crowd Testing) als neue bzw. explizit hervorgehobene Themen ein.

Was wurde aus Äquivalenzklassenbildung und Grenzwertanalyse im CTAL-TA in der Version 4.0? 

In v3.1.2 waren Äquivalenzklassenbildung und Grenzwertanalyse explizite Black-Box-Unterkapitel. In v4.0 wurden diese Lernziele durch ein allgemeineres Lernziel zu Wertebereichstests („Domain Testing“) ersetzt (und Redundanzen zum ISTQB Certified Tester Foundation Level wurden entfernt).

Was wurde aus Äquivalenzklassenbildung und Grenzwertanalyse?

In v3.1.2 waren Äquivalenzklassenbildung und Grenzwertanalyse explizite Black-Box-Unterkapitel. In v4.0 wurden diese Lernziele durch ein allgemeineres Lernziel zu Wertebereichstests („Domain Testing“) ersetzt (und Redundanzen zum ISTQB Certified Tester Foundation Level wurden entfernt).

Was ist mit Pairwise Testing und Klassifikationsbaumverfahren im ISTQB CTAL-TA 4.0 passiert?

In v4.0 wurden Inhalte zu pairwise testing und Klassifikationsbaummethode (Classification Tree Method) in ein allgemeineres Lernziel zu Kombinatorisches Testen (Combinatorial Testing) zusammengeführt.

Wurde „Reviews“ im ISTQB CTAL-TA 4.0 ersetzt?

Nicht ersetzt, aber deutlich eingeordnet und erweitert: In v3.1.2 gab es ein eigenes Kapitel „Reviews“. In v4.0 wurde das frühere reine Reviews-Kapitel zu Fehlerprävention in der Software (Software Defect Prevention) ausgebaut, Reviews sind darin weiterhin enthalten, aber ergänzt um weitere Fehlervermeidungspraktiken.